Gasrechnung lesen – Verbrauch umrechnen

Der Gasverbrauch wird im Allgemeinen auf der Endkundenrechnung in der Einheit Kilowattstunden (kWh) abgerechnet. Auf den heimischen Gaszählern wird aber der Verbrauch nur in Kubikmeter (m3) aufgeführt. Wie errechnet man nun seinen persönlichen Gasverbrauch?


Die Erdgasmenge wird – wie bei jedem gasförmigen Stoff – in Volumeneinheiten angeben. Bei Erdgas ist dies meist Kubikmeter (m3).


Gleichzeitig hat das geförderte Erdgas unterschiedliche Qualitäten, mit verschieden Brennwerten. Der Brennwert gilt als Qualitätsmerkmal und zeigt an wie viel Leistung beziehungsweise Energie in einem normierten Kubikmeter Erdgas steckt. Wenn man nun seinen Kubikmeterverbrauch in Kilowattstunden umrechnen möchte, verwendet man folgende Formel:


kWh = m3 x Brennwert x Zustandszahl


Den Brennwert und die Zustandszahl finden Sie in Ihrer Verbrauchsabrechnung.


Abbildung 1: Gasabrechnungsbeispiel

Die Zustandszahl zeigt das Verhältnis zwischen dem Erdgasvolumen in einem fest definierten Idealzustand und den Volumenzustand ihres nach Hause gelieferten Erdgases. Der Normenzustand für Erdgas liegt bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius und circa 1 bar Druck.


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Was sagt der Brennwert bei Erdgas aus?

Der Brennwert zeigt die konkrete Qualität des Erdgases an. Der Wert wird in Kilowattstunden pro Kubikmeter angegeben (kWh/m³) und muss in jeder Gasrechnung aufgeführt werden. Je höher der Brennwert ist, umso mehr Energie hat Erdgas.


Grund für die Angabe des Brennwertes sind die Qualitätsunterschiede des natürlichen Rohstoffs Erdgas. Gas aus Russland hat eine andere Zusammensetzung und damit einen anderen Brennwert als Erdgas aus Nordafrika. Prinzipiell unterscheidet man in Deutschland zwischen den zwei Erdgasqualitäten H-Gas und L-Gas.


H-Gas: H steht für High (engl. „hoch“) und hat einen hohen Brennwert. Dieser liegt zwischen dem Faktor 10 und 12. H-Gas wird zum Beispiel in Russland oder der Nordsee gefördert.


L-Gas: beziehungsweise Low-Gas besitzt einen geringeren Brennwert von 8 bis 10. Dieses Erdgas fördert man in Norddeutschland oder den Niederlanden.


Die natürliche Zusammensetzung des Gases definiert die Höhe des Brennwertes. Hauptsächlich besteht Erdgas aus Methan. Es setzt sich aber auch aus reaktionsschwachen Gasen wie Stickstoff und Kohlenstoffdioxid zusammen. Je höher deren Anteil im Gasgemisch ist, umso geringer ist der Brennwert. Die Qualität des Erdgases hängt vom Förderort ab und wird entsprechend nach den gesetzlichen Normen mit Hilfe des Brennwertes auf der Verbrauchsabrechnung zu einem einheitlichen Gaspreis pro Kilowattstunde verrechnet.


Der Brennwert ist auf jeder Gasrechnung aufgeführt oder kann direkt beim Gasversorger erfragt werden.


Abbildung 2: Gasabrechnungsbeispiel

Was versteht man unter Zustandszahl (z-Zahl)?

Die Zustandszahl beschreibt das Verhältnis des Erdgasvolumens in einem vorher definierten Normzustand zum Gasvolumen im Betriebszustand.


Der Druck und die Temperatur die bei der Gasabnahme vorherrschen, wirken sich auf das Volumen des gelieferten Erdgases aus. Die Zustandszahl berücksichtigt diese örtlichen Einflüsse und verrechnet diesen mit dem Normenzustand, welcher für Erdgas bei 0 Grad Celsius und circa 1 bar Drucks definiert ist.


Die Zustandszahl ist auf jeder Gasrechnung aufgeführt und kann mit der verbrauchten Erdgasmenge sowie dem Brennwert zum Gesamtverbrauch zusammengerechnet werden, der in Kilowattstunden angegeben wird.


Abbildung 3: Gasabrechnungsbeispiel

Keine Qualitätsänderung durch Versorgerwechsel

Deutschland ist in vier verschiedenen Erdgaslieferantenzonen aufgeteilt, in denen die Haushalte entweder mit L-Gas oder H-Gas versorgt werden. Der Endverbraucher bekommt von dem Unterschied allerdings nichts mit, da die Haushaltsversorger die unterschiedliche Gasqualität sowie die einzelnen Netzgebiete nach gesetzlichen Vorgaben zu einer einheitlichen Qualitätsstufe verrechnen. Somit bleibt die Qualität oder die Zustandszahl ihres Erdgases auch im Falle eines Gasanbieterwechsels immer dieselbe.