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Wie entwickeln sich Gaspreise und Gastarife?

Die Zusammensetzung Ihres Gaspreises

Ein Gaspreis für die private Energieversorgung beinhaltet in der Regel eine Vielzahl von Komponenten: Der Arbeitspreis ist eine variable Komponente, die sich an Ihrem Gasverbrauch orientiert. Der Arbeitspreis Ihres Gastarifs beinhaltet Erdgassteuer, Konzessions- und Förderabgabe, Netznutzungsentgelte und die Einkaufskosten. Er wird für die tatsächlich verbrauchte Menge (gemessen in Kilowattstunden) in Rechnung gestellt. Ihr Gaszähler registriert zur Ermittlung Ihres Gasverbrauchs die verbrauchten Kubikmeter Erdgas, anhand eines individuellen Brennwerts erfolgt dann die Umrechnung in die für Energieverbrauch übliche Größe – in Kilowattstunden.
Im Gegensatz zum Arbeitspreis (auch Verbrauchspreis) ist der Grundpreis Ihres Gastarifs hingegen verbrauchsunabhängig. Es handelt sich um monatlich anfallende Fixkosten, die auch entstehen, wenn gar kein Gas verbraucht wird. Viele Energieversorger bieten Ihnen an, Ihre Zahlungen auch vierteljährlich oder jährlich zu leisten. Dann bezahlen Sie entsprechend die Grundgebühr für den genannten Zeitraum sowie den voraussichtlich anfallenden Gasverbrauch.

Der Gesamt-Gaspreis setzt sich folgendermaßen zusammen:


Viele Preiskomponenten für Ihren Gaspreis

Wie diese unterschiedlichen Preiskomponenten sich zu Ihrem persönlichen Gaspreis zusammenfügen, das kommt ganz auf die Kostenstruktur in Ihrem Versorgungsgebiet an. Grundsätzlich tragen alle genannten Preisbestandteile für den Energieversorger zur Kalkulation Ihres örtlichen Gaspreises bei. Mit staatlichen Abgaben und Netzentgelten ist bereits ein großer Teil des Preises strikt reguliert, bei den anderen Bestandteilen kommt es darauf an, wie gut und vorausschauend Ihr Gaslieferant sein Erdgas beschafft – und welche attraktiven Konditionen deshalb für Sie möglich sind.

Ein Gutachten des Bremer Energie-Instituts aus dem Jahr 2006 kommt nach Analyse der Gaspreise auf dem deutschen Markt zu dem Ergebnis, dass ungefähr die Hälfte des Gaspreises für Haushaltskunden, die von einem lokalen Versorger beliefert werden, die Gasbezugskosten dieses Versorgers ausmachen. Ein weiterer großer Teil entfiel auf Steuern und Abgaben und ein knappes Fünftel auf die Kosten für die regionalen und lokalen Gasverteilungsnetze.

Eigentlich lassen sich also nur über den Teil „Steuern und Abgaben“ verbindliche Aussagen machen. Er setzt sich aus der Umsatzsteuer, der Erdgassteuer und der Konzessionsabgabe zusammen. Die Steuern liegen bundesweit gleich hoch, während die Konzessionsabgabe in Cent pro Kilowattstunde von den Kommunen festgelegt wird und je nach Abgabemenge variieren kann. Ebenfalls aus der Bremer Studie stammt die Berechnung, die Steuerbelastung der privaten Erdgasverbraucher habe sich seit Anfang 1990 mehr als verdreifacht. Der Staat verdient also an den steigenden Energiepreisen kräftig mit.

Laut Bundeskartellamt sind die Gasnetzgebühren aufgrund „struktureller Unterschiede“ schwer zu vergleichen. Je nach Alter, Komplexität, technischem Stand und Größe des regionalen Versorgungsnetzes können die Kosten dafür ganz unterschiedlich ausfallen. Auch die Anteile von Kraftwerksgas (Gas zur Fernwärme- oder Stromproduktion), Gas für Industriekunden oder für Heizgas spielen dabei eine sehr entscheidende Rolle. Stellt sich allerdings die Frage, was ein Gasnetz besonders teuer machen kann.

Der Gaspreis steigt und steigt

Schaut man sich historisch die Entwicklung der Gastarife an, so ist eine eindeutige Tendenz feststellbar: Gas wird teurer, die Energiepreise steigen. Mit der Liberalisierung des Gasmarktes 1998 wollte man eigentlich das Gegenteil erreichen: Billigeres Gas, günstigere Tarife für die heimische Versorgung – das waren die großen Wünsche an die Gasversorgung auf einem liberalisierten Markt. Doch die Kosten für Gas waren nur für einen kurzen Zeitraum rückläufig. Seit 1999 steigen die Preise für Gas nunmehr ständig und nahezu ununterbrochen an. In den zehn Jahren zwischen 1995 und 2005 stieg der Gaspreis insgesamt um rund 56 Prozent! Der Durchschnittspreis der Erdgasimporte ist zwischen 2004 und 2006 sogar noch stärker gestiegen: um rund 70 Prozent. Verglichen mit anderen Energiepreisen mag das sogar noch eine günstige Preisentwicklung sein: Im gleichen Zeitraum wurde Heizöl sogar um 140 Prozent teurer und auch im europäischen Vergleich liegt der deutsche Gaspreis heutzutage im durchschnittlichem Mittelfeld. In Italien, Schweden oder Dänemark müssen die Kunden für Ihre Energieversorgung mit Erdgas deutlich tiefer in die Haushaltskasse greifen. Durch die Orientierung des Gaspreises am Rohöl-Preis ist auch in den nächsten Jahren noch mit einem weiteren Anstieg der Gastarife für Endkunden zu rechnen.

Gastarife für Haushalte: Deutlicher Anstieg seit 2007

Diese Entwicklung bei den Energiekosten für die Gasversorgung hat sich sogar noch deutlich verschärft: Die Höhe des Preisanstiegs hat insbesondere in den letzten Jahren noch einmal gravierend zugenommen. Die Gaskosten einer vierköpfigen Familie sind beispielsweise zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 durchschnittlich um rund 22 Prozent gestiegen. Durch einen Gasanbieterwechsel lässt sich allerdings deutlich sparen, so dass die Preisentwicklung auch wieder rückgängig gemacht werden kann.

Was beeinflusst unseren Gaspreis?

Die steigenden Rohstoffpreise haben eine Reduzierung der Gastarife nach der Öffnung des Gasmarktes bewirkt. Und die derzeitige Anbieterstruktur lässt wenig Spielraum für unabhängige Energieversorger, die sich deutlich von der Preispolitik der Energieriesen abgrenzen. Auf dem deutschen Markt ist de facto nur sehr wenig Wettbewerb zugelassen. Sieben große Ferngasgesellschaften dominieren nach wie vor den Gasmarkt in Deutschland und erschweren kleinen und unabhängigen Anbietern eine faire Preispolitik, von der Sie als Gaskunde profitieren könnten.
Aber auch die Staatsabgaben, die den Gaspreis zu immerhin einem Viertel bestimmen, wurden in den letzten Jahren stets erhöht und haben damit auch Ihren Energiepreis ansteigen lassen. Ausschlaggebend sind insbesondere die Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte durch die damalige schwarz-rote Bundesregierung und die Erhöhung der Erdgassteuer.

Optionale Preisgarantie für Ihren Gastarif

Zurzeit besteht kaum Aussicht darauf, dass die Gaspreise zukünftig fallen werden. Nutzen Sie aus diesem Grund die Möglichkeit einer Preisgarantie für Ihren Gastarif. Denn so schützen Sie sich optimal für volle 12 Monate vor steigenden Gaspreisen. Viele neue Anbieter auf dem Gasmarkt bieten Ihnen diese Option an. FlexGas beispielsweise empfiehlt allen Gaskunden die optionale Preisgarantie für alle Gastarife.