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Wie entwickeln sich Gaspreise und Gastarife?
Ein Gaspreis für die private Energieversorgung beinhaltet in der Regel eine Vielzahl von Komponenten: Der Arbeitspreis ist eine variable Komponente, die sich
an Ihrem Gasverbrauch orientiert. Der Arbeitspreis Ihres Gastarifs beinhaltet Erdgassteuer, Konzessions- und Förderabgabe, Netznutzungsentgelte und die
Einkaufskosten. Er wird für die tatsächlich verbrauchte Menge (gemessen in Kilowattstunden) in Rechnung gestellt. Ihr Gaszähler registriert zur
Ermittlung Ihres Gasverbrauchs die verbrauchten Kubikmeter Erdgas, anhand eines individuellen Brennwerts erfolgt dann die Umrechnung in die für
Energieverbrauch übliche Größe – in Kilowattstunden.
Im Gegensatz zum Arbeitspreis (auch Verbrauchspreis) ist der Grundpreis Ihres Gastarifs hingegen verbrauchsunabhängig. Es handelt sich um monatlich
anfallende Fixkosten, die auch entstehen, wenn gar kein Gas verbraucht wird. Viele Energieversorger bieten Ihnen an, Ihre Zahlungen auch vierteljährlich
oder jährlich zu leisten. Dann bezahlen Sie entsprechend die Grundgebühr für den genannten Zeitraum sowie den voraussichtlich anfallenden Gasverbrauch.
Der Gesamt-Gaspreis setzt sich folgendermaßen zusammen:
- Abgaben
Das beinhaltet die Umsatzsteuer (oft auch Mehrwertsteuer genannt), die Erdgassteuer sowie Konzessionsabgaben an die jeweilige Gemeinde sowie die Förderabgaben. Die staatlichen Abgaben machen einen großen Teil des Gaspreises für den Endkunden aus. - Gaspreise im Einkauf
Beziehen Sie Ihre Gasversorgung nicht von einem großen Konzern, so muss Ihr Versorger das Gas selbst auf dem Markt für Ihren Energieverbrauch beschaffen. Dadurch fallen natürlich Einkaufskosten an. Meist orientieren sich diese Kosten an den Preisen für andere Energieträger – wie zum Beispiel für Öl. Schließen stehen unterschiedliche Arten der Energieversorgung in Konkurrenz zueinander, deswegen beeinflussen sich die Energiepreise tatsächlich gegenseitig. Äußerst umstritten sind aber Vertragsklauseln, die eine automatische Preissteigerung für den Gaspreis bedeuten sobald auch die Kosten für Öl, Benzin und Heizöl steigen. - Netznutzung für das Gasnetz
Damit Sie als Gaskunde günstiges Gas bekommen, muss die Energie irgendwie zu Ihnen gelangen. Dafür verwendet Ihr neuer, günstiger Energieversorger die vorhandenen Gasleitungsnetze. Diese gehören in der Regel den bisherigen regionalen Energieversorgern. Neue Anbieter, die meistens günstigere Energiepreise bieten, müssen den Netzbetreibern beträchtliche Beträge für die Nutzung der Netze zahlen. Damit die Netzbetreiber dabei neue und unabhängige Versorger nicht benachteiligen, werden der Netzbetrieb und die Kosten dafür durch die Bundesnetzagentur überwacht. Damit soll ein Missbrauch des Gasnetzes vermieden werden.
Netznutzer sind in der Regel die neuen Gasanbieter, die den Gasnetzbetreiber direkt bezahlen. Die Kosten für die Durchleitung werden für den Transport des Gases über das Fernleitungs- und Verteilernetz zum Endverbraucher erhoben. In den Netzkosten sind auch Kapitalkosten für die Leitungsinvestitionen, Instandhaltungs- und Betriebskosten enthalten. Hinzu kommen Kosten für die Bereitstellung und Ablesung von Zählern. Die Netzzugangsentgelte gelten trotz der behördlichen Kontrolle als überhöht – sie machen bei der Gasversorgung ein knappes Viertel des Endkundenpreises aus. Das ist ein ganz erheblicher Faktor für den Gaspreis. - Vertriebs- und Verwaltungskosten
Der Papierkram rund um Ihren Gasvertrag wird mit diesem Preisbestandteil abgedeckt. Gerade unabhängige Energieversorger versuchen diesen Anteil relativ klein zu halten. So wurde auch die Möglichkeit von Prepaid-Gas entwickelt. Bezahlen Sie Ihren voraussichtlichen Gasverbrauch bereits ein Jahr oder vierteljährlich im Voraus, so werden die Verwaltungskosten für den Gasanbieter geringer – und er kann Ihnen einen besseren Gaspreis anbieten.
Wie diese unterschiedlichen Preiskomponenten sich zu Ihrem persönlichen Gaspreis zusammenfügen, das kommt ganz auf die Kostenstruktur in Ihrem Versorgungsgebiet an. Grundsätzlich tragen alle genannten Preisbestandteile für den Energieversorger zur Kalkulation Ihres örtlichen Gaspreises bei. Mit staatlichen Abgaben und Netzentgelten ist bereits ein großer Teil des Preises strikt reguliert, bei den anderen Bestandteilen kommt es darauf an, wie gut und vorausschauend Ihr Gaslieferant sein Erdgas beschafft – und welche attraktiven Konditionen deshalb für Sie möglich sind.
Ein Gutachten des Bremer Energie-Instituts aus dem Jahr 2006 kommt nach Analyse der Gaspreise auf dem deutschen Markt zu dem Ergebnis, dass ungefähr die Hälfte des Gaspreises für Haushaltskunden, die von einem lokalen Versorger beliefert werden, die Gasbezugskosten dieses Versorgers ausmachen. Ein weiterer großer Teil entfiel auf Steuern und Abgaben und ein knappes Fünftel auf die Kosten für die regionalen und lokalen Gasverteilungsnetze.
Eigentlich lassen sich also nur über den Teil „Steuern und Abgaben“ verbindliche Aussagen machen. Er setzt sich aus der Umsatzsteuer, der Erdgassteuer und der Konzessionsabgabe zusammen. Die Steuern liegen bundesweit gleich hoch, während die Konzessionsabgabe in Cent pro Kilowattstunde von den Kommunen festgelegt wird und je nach Abgabemenge variieren kann. Ebenfalls aus der Bremer Studie stammt die Berechnung, die Steuerbelastung der privaten Erdgasverbraucher habe sich seit Anfang 1990 mehr als verdreifacht. Der Staat verdient also an den steigenden Energiepreisen kräftig mit.
Laut Bundeskartellamt sind die Gasnetzgebühren aufgrund „struktureller Unterschiede“ schwer zu vergleichen. Je nach Alter, Komplexität, technischem Stand und Größe des regionalen Versorgungsnetzes können die Kosten dafür ganz unterschiedlich ausfallen. Auch die Anteile von Kraftwerksgas (Gas zur Fernwärme- oder Stromproduktion), Gas für Industriekunden oder für Heizgas spielen dabei eine sehr entscheidende Rolle. Stellt sich allerdings die Frage, was ein Gasnetz besonders teuer machen kann.
Der Gaspreis steigt und steigtSchaut man sich historisch die Entwicklung der Gastarife an, so ist eine eindeutige Tendenz feststellbar: Gas wird teurer, die Energiepreise steigen. Mit der Liberalisierung des Gasmarktes 1998 wollte man eigentlich das Gegenteil erreichen: Billigeres Gas, günstigere Tarife für die heimische Versorgung – das waren die großen Wünsche an die Gasversorgung auf einem liberalisierten Markt. Doch die Kosten für Gas waren nur für einen kurzen Zeitraum rückläufig. Seit 1999 steigen die Preise für Gas nunmehr ständig und nahezu ununterbrochen an. In den zehn Jahren zwischen 1995 und 2005 stieg der Gaspreis insgesamt um rund 56 Prozent! Der Durchschnittspreis der Erdgasimporte ist zwischen 2004 und 2006 sogar noch stärker gestiegen: um rund 70 Prozent. Verglichen mit anderen Energiepreisen mag das sogar noch eine günstige Preisentwicklung sein: Im gleichen Zeitraum wurde Heizöl sogar um 140 Prozent teurer und auch im europäischen Vergleich liegt der deutsche Gaspreis heutzutage im durchschnittlichem Mittelfeld. In Italien, Schweden oder Dänemark müssen die Kunden für Ihre Energieversorgung mit Erdgas deutlich tiefer in die Haushaltskasse greifen. Durch die Orientierung des Gaspreises am Rohöl-Preis ist auch in den nächsten Jahren noch mit einem weiteren Anstieg der Gastarife für Endkunden zu rechnen.
Gastarife für Haushalte: Deutlicher Anstieg seit 2007Diese Entwicklung bei den Energiekosten für die Gasversorgung hat sich sogar noch deutlich verschärft: Die Höhe des Preisanstiegs hat insbesondere in den letzten Jahren noch einmal gravierend zugenommen. Die Gaskosten einer vierköpfigen Familie sind beispielsweise zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 durchschnittlich um rund 22 Prozent gestiegen. Durch einen Gasanbieterwechsel lässt sich allerdings deutlich sparen, so dass die Preisentwicklung auch wieder rückgängig gemacht werden kann.
Was beeinflusst unseren Gaspreis?Die steigenden Rohstoffpreise haben eine Reduzierung der Gastarife nach der Öffnung des Gasmarktes bewirkt. Und die derzeitige Anbieterstruktur
lässt wenig Spielraum für unabhängige Energieversorger, die sich deutlich von der Preispolitik der Energieriesen abgrenzen. Auf dem deutschen Markt ist
de facto nur sehr wenig Wettbewerb zugelassen. Sieben große Ferngasgesellschaften dominieren nach wie vor den Gasmarkt in Deutschland und erschweren
kleinen und unabhängigen Anbietern eine faire Preispolitik, von der Sie als Gaskunde profitieren könnten.
Aber auch die Staatsabgaben, die den Gaspreis zu immerhin einem Viertel bestimmen, wurden in den letzten Jahren stets erhöht und haben damit auch Ihren
Energiepreis ansteigen lassen. Ausschlaggebend sind insbesondere die Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte durch die damalige schwarz-rote Bundesregierung
und die Erhöhung der Erdgassteuer.
Zurzeit besteht kaum Aussicht darauf, dass die Gaspreise zukünftig fallen werden. Nutzen Sie aus diesem Grund die Möglichkeit einer Preisgarantie für Ihren Gastarif. Denn so schützen Sie sich optimal für volle 12 Monate vor steigenden Gaspreisen. Viele neue Anbieter auf dem Gasmarkt bieten Ihnen diese Option an. FlexGas beispielsweise empfiehlt allen Gaskunden die optionale Preisgarantie für alle Gastarife.

